Anmerkungen zu Diözesan- und Dombibliothek Handschrift 93. Beitrag von Anton von Euw in 'Glaube und Wissen im Mittelalter', Katalogbuch zur Ausstellung, München 1998, S. 202

Gregor der Große: Briefe

Köln, 2. Viertel 9. Jh.

Wie schon Jaffé/Wattenbach (1874) und Ewald (1878, S.467) sahen, ist Dom Hs.93 eine Kopie von Dom Hs.92 (Kat.Nr.11), was nicht nur die gleiche Einrichtung, sondern auch die Verbesserungen einiger Schreibfehler von Dom Hs.92 erweisen. Jones (1971, S.22) schrieb die Handschrift als einziges Beispiel dem unter Erzbischof Hadebald (819-841) tätigen Skriptorium der Kölner Domschule zu. Eine besondere Bindung an die Haupthandschriften der Hildebaldzeit (vor 787-818) wie an die Codices 41, 51, 54, 55, 83II und 103 (Kat.Nrn.12, 5, 6, 7, 24, 23) und auch an die Vorlage, Dom Hs.92, läßt die künstlerische Ausführung von Dom Hs.93 nicht erkennen. Die Umpunktung der Initiale F(raternitatis) (4r) ist ein in vielen Skriptorien beliebtes insulares Erbe.

Anton von Euw